Guild of Joy and Laughter

Als eine der größten königreichweit agierenden Gilden soll der Guild of Joy and Laughter an dieser Stelle besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Gilde besitzt die meisten Lizenzen im Bereich der Süßwarenproduktion, dem Rotlichtmilieu und in Bezug auf das Glücksspiel. In der Tat wird kaum ein Limonadenverkäufer zu finden sein, der nicht der Guild of Joy and Laughter angehört. Dabei darf die ausgesprochene Freundlichkeit, mit der die Werberinnen ihre Kunden die einschlägigen Etablissements, seien es Bordelle oder Konditoreien, zu locken versuchen, nicht für bare Münze genommen werden. Die Gilde verteidigt ihr Quasimonopol auf die schönen Dinge des Lebens mit der Art von Methoden, für die man Lizenzgebühren an die örtlichen Schlägergilden oder den mit letal wirkenden Mitteln hantierenden Arm der Alchimistengilde zu entrichten hat.

Geleitet wird die Guild of Joy and Laughter schon seit einigen Jahren von der immer wieder selbst in Erscheinung tretenden Mary-Lou Coppercoat. Miss Coppercoat werden dabei glänzende Beziehungen zum Hochkönigshaus nachgesagt – was in Anbetracht der Tatsache, dass die Gilden ihre Steuern in Scheingeld bezahlen, eher im übertragenen Sinne verstanden werden sollte.

Dem kulturinteressierten Touristen kann als Ratschlag weiterhin mitgegeben werden, dass es unbedingt angezeigt ist, Rechnungen der Guild of Joy and Laughter gegenüber immer möglichst prompt zu bezahlen und stets ein Mittel gegen Filzläuse mit sich zu führen. Die Berichte über die Hygiene-Zustände in den Massageeinrichtungen der Gilde entspringen nämlich vielmehr der typischen Hy-Prydainer Höflichkeit gegenüber Ladys und Gentlemen (und niemand würde es wagen, die Mitarbeiter der Entspannung spendenden Räumlichkeiten als etwas anderes zu bezeichnen) als dass sie eine präzise Beschreibung der Realität wären.

Aus einem der kursierenden Flugblättern:

Wonach steht dir der Sinn? Leichte Mädchen, berauschender Wein, zuckriges Naschwerk?

Wir haben alles, was den Gentleman von Welt, die Lady ohne falsche Scham oder jeder neugierige Tourist liebt und genießt.

Verlasse ruhig einen Abend deine Kaserne, Soldat, und bring deinen Sold ins Bordell. Was willst du sonst damit anstellen? Oder lasse dir ein Glas Limonade bringen, so süß und ganz anders als der ewig gleiche Haferschleim bei der Armee. Tabak bekommst du bei uns! Bull’s Piss bekommst du bei uns! Lose und Würfel bekommst du bei uns!

Als eine der königreichweit agierenden Gilden lassen wir dir aber nicht nur alles an Waren, die Freude und das Leben lebenswert machen, zukommen, wir bieten dir auch Zugang zu all den Vergnügungen, die uns Arbeit uns Mühsal vergessen lassen.

Die Bordelle der Guild of Joy and Laughter sind seit Jahren tripperfrei, keine gezinkten Karten werden an unseren Glücksspieltischen ausgegeben und die Vergnügunsdampfer, die durch die Hauptstadt schippern, sind sicherer als die der hochköniglichen Marine.

Also keine falsche Scheu, Fremder, keine Angst vor der eigenen Courage, junge Dame -setzen Sie sich einen Moment zu uns und genießen Sie das fröhliche, unbeschwerte und lebenslustige Hy-Prydain. Als zahlende Kunden der Guild auf Joy and Laughter sind Sie jederzeit in unseren Etablissements willkommen.

Prof. Barth. Ravenstone
Über Prof. Barth. Ravenstone 24 Artikel
Professor Bartholomew Ravenstone leitet an der Royal University in Cherryhall Castle den Fachbereich Exotische Tierwesen und unterrichtet in den dortigen Fächern. (OT: Bernie)

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