Wie man sich in Hy-Prydain zu benehmen weiß

Von Gentlemen und Ladies, Sirs und Madams

Das hochkönigliche Hy-Prydain rühmt sich seit dem Amtsantritt unserer geliebten Hochkönigin Anne einer leicht zu erlernenden Etikette, die über die Grenzen unseres wunderbaren Heimatlandes hinaus bekannt ist für die einmalige Verbindung von Stil und Intuition.

Für Neuankömmlinge innerhalb der hy-prydainischen Grenzen zur Information sowie für Stutzer und Springinsfelde zur moralischen Erbauung seien hier einige Grundsätze unseres gesellschaftlichen Lebens aufgezählt. Allen interessierten Touristen wird schnell eingehen, wie umgänglich und herzlich diese einfachen Regeln des guten Tons das schöne Hy-Prydain machen. Scheuen Sie sich also nicht, sie zu benutzen!

1) Der Gentleman gibt sich als solcher, die Lady als solche. Festgelegt wird das selbst gewählte soziale Geschlecht über die Kleidung, die Haartracht und das eigene Verhalten. Wer sich über die Identität des Gegenübers unsicher ist, fragt nach, bevor die falsche Anrede gewählt wird. Merke: lieber eine bärtige Lady als eine falsch gewählte Anrede! 

2) Alle Einwohner Hy-Prydains und deren Gäste haben Anspruch auf eine angemessene Anrede. Sir und Ma’m, der militärische oder zivile Rang, alle Ehrenbezeichnungen und Würdentitel aufzuzählen sind das mindeste. Unbekannte mit „Sir“ oder „Madam“ anzusprechen ist sicher nicht falsch. Kennt man den Namen, genügt auch der Zusatz Mister, Misses, Miss vor dem Namen, wenn die oder der Angesprochene keinen weiteren Titel tragen sollte.

3) Wer den Nachmittagstee verpasst ist ein Schnösel oder ungehobelt oder beides.

4) Das Ausüben von Religion ist nicht verboten, aber verpönt. Wer allzu öffentlich irgendwelche Götter anruft, kann davon ausgehen, dass er entweder gesellschaftlich gemieden (oder wie ein bunter Hund herumgereicht) wird oder bald Besuch von einem Mitglied der Ärztekammer oder PIMMS bekommt.

5) Die eigene Zigarette raucht nur der Arbeiter oder die Schankmaid mit bloßen Fingern. Wer etwas gelten möchte, hat ein Etui und eine Zigarettenspitze (oder eine Pfeife) dabei.

6) Beliebte Gesprächsthemen sind Politik (und die Herrlichkeit unserer geliebten Hochkönigin), die Schönheit der Natur, das Wetter, der Tee, die Dummheit der Nachbarn, Mode und die offensichtliche Unterlegenheit aller anderen Nationen. Wer einen Streit anzetteln möchte, redet über Sport. Aber Vorsicht: die gegnerische Croquetmannschaft zu diffamieren gilt nicht als Kavaliersdelikt!

7) Der Gentleman reicht der Lady das Feuer zur Zigarette, Milch und Zucker zum Tee, die Hand zum Tanz und den Rücken zum Anlehnen. Eine Lady ohne Feuer, Milch, Tanzbegleitung oder Schutz zu lassen ist äußert unschicklich. Jede Lady ist aber aufgefordert, sich in Ermangelung eines Gentlemans selbst zu helfen.

8) Der einhelligen Meinung, dass das Hochkönigreich Amberiá alle Errungenschaften in unserem geliebten Heimatland abgekupfert hat, sollte besser nicht widersprochen werden.

9) Es spricht nichts dagegen, die Dienstleistungen der Guild of Joy and Laughter anzunehmen, so lange man es mit Stil tut und nicht die Zeche prellt.

10)Das wichtigste ist aber: Alle Hy-Prydainer Bürgerinnen und Bürger ohne Ausnahme lieben die Hochkönigin, hassen Geheimbünde, zahlen ehrlich ihre Steuern, meiden die Feen und betreiben ihr Geschäft nur in den Grenzen der ihnen verliehenen Lizenzen. Alles andere wäre undenkbar!

Clyde Burnett (Royal News Bulletin)
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